Im buddhistischen Kontext sprechen wir über die Zufluchtnahme zu Buddha, Dharma, Sangha, zu den 3 Schätzen. Aber was bedeutet das genau?
Meister Dogen (13ten Jahrhundert und einer der wegweisenden Zen Lehrer) schreibt im Ki-e-bupposobo:
Wir nehmen Zuflucht zu Buddha, weil der Buddha einer unser großen Lehrer ist, wir nehmen Zuflucht zum Dharma weil der Dharma eine gute Medizin ist, und wir nehmen Zuflucht zur Sangha, weil die Menschen im Sangha ausgezeichnete FreundInnen für uns sind (Übersetzung: Sensei Okumura).
Buddha hatte die Erleuchtung unter dem Bodhibaum erlangt und danach unermüdlich seine Erkenntnisse weitergegeben.
Dharma ist die Lehre, der Weg, die Praxis des ZaZen (Sitzmediation) und das Studieren der Texte
Sangha ist die Gemeinschaft, in der wir gemeinsam praktizieren, uns unterstützen und auch gemeinsam arbeiten:
Samu (Küche, Putzen, Nähen, Organisieren)
Dem Samu wird im Zen ein sehr großer Stellenwert beigemessen. Alle Arbeiten werden auf alle in der Gemeinschaft im Wechsel verteilt. Es gibt keinerlei Unterscheidung zwischen Lehrer:In, Meister:In, Schüler:In . JedEr darf mal die Toiletten putzen:)
Wir finden uns zusammen, zu täglicher Meditation, zu intensiven Sesshins/ Retreats und schulen uns, unsere ICH Bezogenheit aufzugeben, zu überwinden. Sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, zu erkennen, daß alles vergänglich ist und wenn wir vor dem Tod stehen, es nichts mitzunehmen gibt.
Oftmals wird die Überwindung bzw. die Aufgabe des Ichs falsch verstanden. Es geht nicht darum, seine Identität aufzugeben. Es geht darum, nicht an den Vorstellungen über sie zu haften.
Diesen Prozess können wir nicht mit dem Verstand lösen. Dazu braucht es die meditative Praxis. Sitzen, Atmen, beobachten, loslassen, Schmerzen und Phänomene überwinden: ZaZen.
Menschen, die sich ordinieren lassen und somit als Boddhisattva auf dem Weg schreiten, tragen zur Meditation und auch zu manchen täglichen Arbeiten das kleine Kesa (Rakusu) bzw. Mönche und Nonnen das grosse O- Kesa.
"Wie großartig das prachtvolle Gewand der Befreiung
Feld des Glücks weit jenseits von Form und Leerheit
Gekleidet mit der Lehre des Vollendeten
gelobe ich, alle Wesen zu retten.":
Dai sai gedapukku
Muso fukuden e
Hibu nyorei Klo
Kodo shoshu jo
Diesen Kesavers rezitieren* wir jeden Morgen nach dem ZaZen, legen uns die Robe auf den Kopf und ziehen es anschliessend an. Das Tragen des Kesas hilft in der buddhistischen Praxis, beschützt und leitet.
Das* ist ein sich immer wiederholendes Ritual. wer es erlebt hat, weiss um die Wirkung. Wir werden durchströmt und sind verbunden mit all unseren Vorfahren, die bereits die Zen Praxis vertieft haben, zurück bis zu Buddha.
All die Patriarchen und Matriarchinnen sind im Kechimyaku aufgelistet und werden bei der Ordination überreicht. Es ist die sogenannte "Blutlinie", die spirituelle Ahnenlinie. Wir hüten sie wie unseren Augapfel.
Sie hilft immer wieder an die Praxis zu erinnern, auch wenn wir den Pfad mal verlassen haben. Wir sind menschliche Wesen, es gibt Schattenseiten und Niemand ist perfekt. Wir weichen ab, vergessen manchmal sogar unsere Gelübde, aber können jederzeit zurückkehren!
Nun:
Im Sandokai steht: "Alle, die das Geheimnis ergründen, flehe ich respektvoll an: Vergeudet Eure Tage und Nächte nicht:"
In diesem Sinne
Gassho