Eine Welle fällt nicht von aussen in das Wasser ein- Jenseits von Kyo und Jitsu

"Eine Welle fällt nicht von aussen in das Wasser ein, sondern sie entsteht aus dem Wasser, ohne sich von ihm zu trennen; sie verschwindet und kehrt in das Wasser als ihren Ursprung zurück und hinterlässt dabei im Wasser nicht die geringste Spur. Das Wasser nimmt damit weder ab noch zu. So bildet das Wasser tausendfach und zehntausendfach Wellen und bleibt doch in sich selbst beständig und unverändert".*

Übertragen auf Shiatsu, ist das Wasser Kyo (Leerheit- Ganzheit) und die Welle Jitsu (die Erscheinung, das Symptom).

Im Laufe der Jahre hat sich das Shiatsu sehr weiter entwickelt, vom materiellen Erkennen zum zunehmend energetischem Bewusstsein. Das bedeutet aber nicht, dass nicht bereits alles schon immer vorhanden war. Nur sind wir mehr in der Lage, unseren auf Jitsu ausgerichteten Geist in die Leerheit zu führen: mit eigener Durchlässigkeit. Was wir dabei entdecken können, ist der ewige Wandel. Jenseits von Meridianen und Konzepten tauchen wir immer mehr auf die Zellebene und noch weiter und können feststellen, dass am Ende alles Lichtenergie ist. Nichts ist getrennt.

Wie handhaben wir diese Erkenntnis in unserer Arbeit und wie können wir als Shiatsupraktiker Menschen effektiv behandeln, um zu ihrem Ursprung zurückzukehren, zu innerer Harmonie?

Menschen kommen in unsere Praxis und beschreiben zunächst meist ihre Jitsusymptome. Wenn wir  nur diese aufnehmen und damit arbeiten würden, bestünde die Gefahr der Verschlimmerung.

Holen wir sie aber auf der Kyoebene ab, öffnen den Raum, kann sich das Jitsu automatisch, natürlich und unbewusst bewegen und auflösen, bzw. in den Ozean zurückkehren.

Mit eigener Offenheit in der Berührung, ohne Vorstellung und vorgefasste Meinung ermöglichen wir Transzendenz.

© Christina Stuckert

* Hisamatsu: Die Fülle des Nichts.